Auf das Nahrungsmittel achten

Ältere Menschen müssen häufig sehr viele Tabletten einnehmen. Ob für das Herz, den Blutdruck oder wegen einer schlechten Insulinproduktion. Da sie dabei schnell die Übersicht verlieren können, wird ihnen in Altenheimen von den Pflegern die genaue notwendige Einheit an Arzneimitteln verabreicht.Aber nicht nur darauf sollte man als Pflegekraft unbedingt achten. Auch das getränk, mit welchem die Tabletten heruntergespült werden sollten, muss mit Bedacht gewählt werden. In modernen Einrichtungen, wie einem Altenheim in Berlin, weiß man, dass einige Getränke zusammen mit gewissen Medikamenten fatale Auswirkungen haben können. Darum sollte man unbedingt darüber informiert sein udn zur Sicherheit auch die Bewohner mit Informationen darüber versorgen.

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  • Milch: Eigentlich ein relativ gesundes Getränk, welches man ruhig ab und zu trinken sollte (obwohl man den Genuss allgemein nicht übertreiben sollte). Nimmt man aber Arzneimittel zusammen mit Milch ein, führt dies dazu, dass diese durch die Milch ihre Wirkung verlieren. Milch enthält nämlich Kalzium. Bei diesem kann die Gefahr bestehen, dass es zum Beispiel gemeinsam mit Antibiotika im Magen eine gefährliche Bindung eingeht. Deswegen muss nicht völlig auf Milch verzichtet werden. Man sollte dies aber stets im Hinterkopf haben und die Zufuhr relativ gering halten. Als Pfleger muss man darum seine Patienten in der Hinsicht einschätzen können. Achten sie auf ihre Milchzufuhr? Oder sollte man sie ihnen völlig streichen?
  • Grapefruitsaft: Bei Fettstoffwechselstörungen (also zum Beispiel Problemen mit der Galle) muss man Lipidsenker zu sich nehmen. Diese vertragen sich für gewöhnlich nicht mit dem Zitrussaft, da sich Naringenin in diesem befindet. Dieser Wirkstoff kann die Wirkung von Arneimitteln verstärken. Dies ist bei den gewünschten Wirkstoffen völlig unnötig und kann bei den Nebenwirkungen fatale Auswirkungen haben.
  • Grünes Gemüse und Alkohol: Spinat, Broccoli und so weiter können die Wirkung bestimmter Medikamente abschwächen. Alkohol hingegen stärkt bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkung von Paracetamol.

Ältere Menschen können diese Faktoren möglicherweise nicht mehr abschätzen. Das Pflegepersonal muss darauf deswegen unbedingt achten.

 

Medikamentenwirkung richtig einschätzen

Gerade bei älteren Patienten kennt man das Problem: sie nehmen mehrere Medikamente zeitgleich ein. Manchmal nimmt man eine Tablettensorte nur deswegen ein, um die Nebenwirkungen einer anderen zu unterdrücken. Problematisch wird es aber, wenn ein Patient rezeptpflichtige Medikamente nimmt und sich zeitgleich noch nach eigenem Ermessen rezeptfreie Medikamente in der Apotheke holt. Ist man als Altenpfleger tätig, muss man sich darum besonders mit dem Thema Medikamente, Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen auskennen. Denn manche Zusammensetzungen können extreme Folgen haben.

So kann eine Einnahme von rezeptpflichtigen Betablockern gemeinsam mit dem schmerzstillenden Ibuprofen die Wirkung des Blutdrucksenkers zunichte machen. Der Sinn der Betablocker ist also dahin – und das kann schwerwiegende Folgen haben. Oder nimmt man einen Wirkstoff ein, der die Muskeln entspannen soll und abends dazu noch ein Schlafmittel kann dies dazu führen, dass man, wenn nachts einmal die Toilette aufsuchen muss, vor Benommenheit und Schwäche stürzt. In einem Altenpflegeheim werden einem die Medikamente vom Personal zugeteilt. Das Gute ist hier, dass eben auch rezeptfreie Medikamente vom Personal zugeteilt werden. Dieses kann also die Auswirkungen gut überwachen.

Ältere Menschen, die noch selbstständig leben, sollten aber deswegen nicht in Panik verfallen. Befolgt man einige Grundregeln, besteht keinerlei größere Gefahr.

  • Man sollte zum Beispiel versuchen, seinem Hausarzt immer genauestens mitzuteilen, welche Medikamente man einnimmt. Auch solche, die man für eher schwach wirksam hält. Denn auch diese besitzen einen, wenn auch geringen, Wirkstoff, der sich auf die allgemeine Medikation auswirken kann.
  • Auch der Apotheker eignet sich als guter Ansprechpartner. Ist man sich unsicher, fragt man diesen einfach bei der nächsten Besorgung neuer Medikamente.

Wechsel- und Nebenwirkungen können dabei natürlich nie ausgeschlossen werden. Das Risiko wird aber je nach abschätzen des medizinischen Experten minimiert. Es wird abgewägt, ob sich die Einnahme im Vergleich positive und negative Auswirkung wirklich lohnt.

Die Priscus-Liste

Bereits seit einigen Jahren wird sie immer wieder erneuert, im Internet veröffentlicht und nach Möglichkeit für alle zugänglich gemacht: die Priscus-Liste. Hierbei handelt es sich um eine Aufzählung aller Medikamente, die für Senioren ungeeignet sind. Dabei geht es nicht unbedingt um die Wechselwirkung, die auf Grund der Menge an einzunehmenden Tabletten entsteht, sondern allgemein um Wirkstoffe, die für ältere Menschen schädlich sind.

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Zu den aufgelisteten Medikamenten gehören Antidepressiva, Schmerzmittel und auch Beruhigungsmittel. Also Tabletten, die relativ häufig und viel verschrieben werden. Ältere Menschen die an Demenz leiden, öfter über Rückenschmerzen klagen oder einen hohen Blutdruck haben benötigen diese Art von Medikation.

Es liegt also in der Aufgabe der Ärzte, Apotheker und auch des Pflegepersonals darauf zu achten, dass Senioren mit diesen Medikamenten sparsam umgehen oder sie nach Möglichkeit nicht mehr einnehmen. Es bedeutet ja nicht, dass keine Tabletten gegen Demenz mehr eingenommen werden dürfen. Es muss nur darauf geachtet werden, dass diese nicht die gefährlichen Inhaltsstoffe besitzen und auf der sogenannten Priscus-Liste stehen.